Schwere Bombenflugzeuge Amiot 143

Im Anschluß an die Niederlage von Mai/juni 1940 flogen noch einige Amiot 143 im freien Teil Frankreichs, wie dieses 1941 aufgenommene Foto eines Flugzeugs der 2. Staffel des GB1/38 beweist.


Ein Bomber nach der Mehrzweckformel -

Der Technische Luftfahrtdienst Frankreichs (STAe) stellte 1928 die Spezifikation für ein Mehrzweckkampfflugzeug auf, nach der die Amiot 140, die Bleriot 137, die Breguet 410 und die SPCA 30 entworfen wurden. Das Amiot-Muster konnte diesen Wettbewerb für sich entscheiden und startete im April 1931 zu seinem Erstflug. Es entstanden zwar mehrere Serienvarianten mit unterschiedlichen Triebwerken, doch wurde schließlich nur die 143 produziert.

Der Wiederaufrüstungsplan Nr.1 -

Der zweimotorige Hochdecker Amiot 143 fiel insbesondere durch sein mächtiges Hauptfahrwerk und seine schwerfällige Form auf. Entsprechend der damaligen Doktrin der neuformierten französischen Luftwaffe wies das Flugzeug mehrere MG-Stände auf, die theoretisch eine Rundumverteidigung ermöglichten. Im Rahmen des 1933/34 in die Wege geleiteten 1. Wiederaufrüstungsplans wurden auch die ersten Aufträge für die Amiot 143 erteilt, und im Juli 1935 konnten die Bomberverbände des Landes ihre ersten Flugzeuge in Empfang nehmen.

Das Debakel der Maas-Brücken -

Als Frankreich in den Krieg eintrat, waren die auf sechs Bombereinheiten verteilten Amiot 143 bereits komplett veraltet und selbst für Nachteinsätze kaum noch geeignet. Die 60 vorhandenen Exemplare wurden zunächst für den Abwurf von Flugblättern über Deutschland verwendet. Dann, während der Schlacht von Mai/Juni 1940, führten sie nächtliche Bombardierungen durch, um schließlich bei einem Tageseinsatz gegen den deutschen Brückenkopf bei Sedan nahezu aufgerieben zu werden. Die Luftstreitkräfte des Freien Frankreichs benutzten die restlichen Flugzeuge für Transportaufgaben.

Die wichtigsten Abnehmerländer: Frankreich.
 


TECHNISCHE DATEN:

Typ: Amiot 143
Art: Tag- und Nachtbomber
Triebwerk:
zwei luftgekühlte 14-Zylinder-Doppelstemtriebwerke Gnome-Rhöne 14Kirs oder Kjrs Mistral mit je 640 kW
Leistungen:
Höchstgeschwindigkeit 310 km/h;
Dienstgipfelhöhe 7 900 m;
Reichweite 1 200 km
Masse: höchstzulässige Abflugmasse 9 700 kg
Abmessungen:
Flügelspannweite 24,50 m;
Länge 18m;
Höhe 5,66 m
Bewaffnung:
vier oder fünf Maschinengewehre;
1 600 kg Bomben
Besatzung: 5