Schwere Bombenflugzeuge Bristol 24 Braemar

Dieser eindrucksvolle Dreidecker kam zu spät, um noch in den ersten Weltkrieg eingreifen zu können. Der dritte Prototyp wurde als luxuriöses
14 sitziges Passagierflugzeug auf der Olympia International Aero Show vorgeführt.


Die strategische Erwiderung -

Die deutschen Bombenangriffe auf London mit dem Gotha-Langstreckenbomber führten auf britischer Seite zur Aufstellung eigener Bomberverbände, um die deutschen Industriezentren an Rhein und Ruhr und gegebenenfalls Berlin selbst angreifen zu können. Der Ende 1917 für diesen Zweck entworfene Dreidecker Typ 24 von Bristol war ein imposantes Flugzeug mit einer Art "Maschinensaal" für vier Triebwerke, die über Getriebe zwei große Propeller an den Rumpfseiten antreiben sollten. Die technischen Schwierigkeiten erwiesen sich jedoch als unüberwindlich, so daß die Triebwerke in Doppeltandemanordnung mit je zwei Zug- und Druckpropellern über dem Rumpf installiert wurden.

Stärkere Triebwerke -

Zunächst wurden drei Exemplare der Bristol 24 bestellt. Unter großen Schwierigkeiten wurde die Braemar 1 fertiggestellt, die am 13. August 1918 mit vier 170-kW-Triebwerken Armstrong Siddeley Puma zu ihrem Erstflug startete und 1920 wegen unzureichender Flugleistungen verschrottet wurde. Das zweite Exemplar erhielt leistungsstärkere Liberty-Triebwerke mit 294 kW und die Bezeichnung Bristol 25 Braemar II. Dieses Flugzeug flog am 18. Februar 1919 zum ersten Mal.

Von der Entwicklung überholt -

Zu diesem Zeitpunkt wurden jedoch keine strategischen Bomber mehr benötigt, so daß keine weiteren Aufträge folgten. Das dritte bestellte Exemplar wurde in der zivilen Version Bristol 26 Pullman für 14 Passagiere gebaut, ging aber
ebenfalls nicht in Serie. Die Braemar II diente eine Zeitlang als Erprobungsträger und ging im November 1921 bei einem Unfall verloren.

Die wichtigsten Versionen:

Typ 24 (Braemar I),
Typ 25 (Braemar II),
Typ 26 (Pullman).

Die wichtigsten Abnehmerländer: Großbritannien.
 


TECHNISCHE DATEN:

Typ: Typ 25 Braemar II
Art: schwerer Bomber
Triebwerk:
vier flüssigkeitsgekühlte Zwölfzylinder-V-Triebwerke Liberty 12 mit je 294 kW Leistungen:
Höchstgeschwindigkeit 201 km/h;
Dienstgipfelhöhe 5 180 m
Masse:
Leermasse 5 084 kg;
höchstzulässige Abflugmasse 8 154 kg
Abmessungen:
Flügelspannweite 24,89 m;
Länge 15,70 m;
Höhe 6,30 m;
Flügelfläche 176,98 m2
Bewaffnung (geplant):
drei Maschinengewehre;
Kampfmittelzuladung nicht bekannt
Besatzung: 4