Heinkel He 111 Z-Serie


Bei Versuchen, die Me 321 "Gigant"-Lastensegler durch drei Me 110 im sogenannten "Troika-Schlepp" zu starten und zu schleppen, traten bereits in der Versuchsphase so ernste Verluste ein, daß man nach einer anderweitigen Lösung suchte. Nach einer Anregung von Udet wurden im Frühjahr 1942 vier He 111 R-6 durch das Einsetzen von Flügelmittelstücken zu zwei Prototypen der He-111 Z-Serie umgebaut. Nach nur knapp drei Monaten Versuchsflügen in Rechlin konnten die Maschinen bereits der Truppe übergeben werden.
 


Nach den Prototypen wurden nochmals zehn Maschinen als Lastensegler-Schleppmaschinen gebaut. Bei diesen Serienmaschinen montierte man bei jeweils zwei He 111 R-6 jeweils die linke bzw. rechte Tragfläche ab und ersetzte sie durch ein 6,15 m langes Mittelstück, das ein zusätzliches fünftes Triebwerk enthielt. So ergab sich eine zweirumpfige Konstruktion mit einem Rumpf-Längsachsen-Abstand von 12,8 m, fünf Motoren, zwei Normalleitwerken, vier Hauptfahrwerken und zwei Spornrädern. Fast sämtliche Armaturen wurden in den linken Rumpf verlegt, die Steueranlage blieb in beiden Rümpfen bestehen. Gashebel, Motorenüberwachungsinstrumente, Landeklappenbetätigung, Luftschraubenverstellung und die Fahrwerkbetätigung des linken Fahrwerkes von der linken Kanzel, Fahrwerkbetätigung des Hechten Fahrwerkes sowie Kühlerklappenbetätigung der Motoren drei bis fünf von der Hechten Kanzel aus. Die volle Motorenleistung reichte aus, einen voll beladenen »Giganten« zu schleppen. Allerdings mußte bei Vollastschlepp mit R-Geräten gestartet werden. Unter jedem Rumpf der He 111 Z fanden zwei R-Geräte mit je 500 kp Schub Platz, während außerhalb der beiden Außenmotoren zwei weitere Geräte mit je 1500 kp Schub unter dem Flügel mitgeführt wurden. Außer der Me 321 fand mit der He 111 Z der Doppel- und sogar Dreifachschlepp von Go 242-Lastenseglern statt. Mit jeder Schleppkombination war die He 111 Z in der Lage, 4000 m Höhe zu erreichen.
 


Triebwerk:
Fünf Junkers Jumo 211 F flüssigkeitsgekühlte Zwölfzylinder-A-Motoren mit 2 x 1340 PS Startleistung. Junkers Dreiblatt-Metall-Verstell-Luftschrauben.

Kraftstoffkapazität 8250 Liter.

Besatzung: 7 Mann, davon im linken Rumpf Pilot, 1. Bordmechaniker, Funker und Schütze, im rechten Rumpf Beobachter, 2. Bordmechaniker und ein weiterer Schütze.

Militärische Ausrüstung:
Abwehrbewaffnung bestehend aus 4 x MG 131, 2 x je 2 MG 81 Z und 5 x MG 81.
 


He 111 Z-2

Projektierte Version als schwerer Bombenschlepper mit einer Bombenzuladung
bis 4 x 1800 kg Bomben oder einer entsprechenden Anzahl gesteuerter Gleitbomben. Es gibt sichere Hinweise, dass diese Maschine auch als schwerer Bomber für den Transport einer 1 Tonnen Atombombe projektiert worden war.
 


Daten Heinkel He.111Z ' Zwilling '
 

Triebwerke:
Fünf Maschinen Junkers Jumo 211f-2/s-2.
JATO-Raketen konnten zum Start, einem unter jedem Rumpf
und einer an jeder Seite der Maschine benutzt werden.
Leergewicht 21.500 Kilogramm
Maximalgewicht: 28.600 Kilogramm
Flügelspannweite: 35,4 m
Länge: 16,4 m
Flügelfläche: 148 m²
Abstand zwischen Rumpf - Mittelachsen: 12,8 m
Maximalgeschwindigkeit: 425-435 km/h
Höchstgipfelhöhe: über 10.000 m
optimale Flughöhe: 5.800 m