Heinkel  Julia I und II


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Art by Richard Lewis Mendes.


Im Frühsommer 1944, entwarfen die Ingenieure W. Benz und Dr. Gerloff der Firma Heinkel, die ersten Skizzen für das Projekt 1068, ein Raketenkampfflugzeug mit stark vereinfachtem Aufbau.
Vorgefundene Dokumente des EHAG datieren die Konstruktion zum 19. August 1944. Die Heinkel Julia I war ein kleines Schulterflügelflugzeug mit einem fast kreisförmigen Rumpf und Zwillingsseitenleitwerken.
 


Der Antrieb der “Julia I” erfolgte durch ein HWK Düsentriebwerk mit Nachbrenner und beim Start mit zwei Startraketen auf beiden Seiten des Rumpfes. Die Bewaffnung bestand aus zwei besonders konstruierten Magnesium 151/20 Kanonen unterhalb des Rumpfes.
Die hölzerne Konstruktion war 6.98m lang, hatte eine Flügespannweite von 24.6m und eine Höhe von 2.0 m. Die Rumpfbreite betrug nur 0.95m.
 


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Schon am 08.September des Jahres 1944, erliess das Ministerium für Luftfahrt (RLM) einen Auftrag für den Aufbau des Flugzeuges mit 20 Prototypen.
Direktor Franke von Heinkel übernahm die gesamte Planung und beauftragte für den Aufbau der Prototypen die Heinkel Werke in Wien, die genügend Expansionsraum und -ausrüstung hatten. Der Aufbau erforderte zwei Männer für jeden Flügel und den Rumpf sowie zwei  Antriebfachleute, einen  Fachmann für das Brennstoffsystem und vier Entwickler von Heinkel. Der Ingenieur Ludwig Hoffman war Leitungtestpilot für Bachem und Heinkel, die theoretische Arbeit wurde vom Professor Schrenk sowie Dipl Ing. Kottner der TH Wien. Die gesamte Führung wurde Ing. W. Benz anvertraut.

14 Tage später, wurde der Auftrag für 300 komplette Maschinen pro Monat erteilt. Die "Julia" erhielt die Projektnummer P-1077. Die vorhergehende Nummer, P-1068, erhielt die He-343, ein Strahlbomberprojekt mit 4 Triebwerken. Am 15. Oktober 1944, wurde dem RLM weitere Pläne des Gebrauchsflugzeuges angeboten. Z.B. eine Version mit vier Raketen mit festem Brennstoffs, an den Bugseiten und der Walter Maschinen. Die Bewaffnung wurde auf vier in Hülsen angebrachten Magnesium 151/20 M 108's im Rumpf geändert. Eine andere Variante wurde mit zwei Gleitern und einem sitzenden Piloten vorgeschlagen. Zusätzlich wurde eine vereinfachte Version der "Julia" geplant. Bei diesem Entwurf wurden die Raketentriebwerke durch Impulsstrahltriebwerke ersetzt. Der Codename für dieses Modell war "Romeo."
 

      Julia II
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Der Start der “Julia II” erfolgte vertikal von einer Startrampe und die Landung auf Gleitern.
Dieses war der Unterschied zwischen der "Julia" und ihrer Konkurrenz, der Bachem "Natter." Es wurden aber auch Überlegungen angestellt der Julia den Start semi-vertikal zu ermöglichen. Es wurde eine alternative Anordnung von Heinkel angeboten. Diese bezog den Gebrauch einer abschiessbaren  Laufkatze mit 3 Rädern ein, die dem konkurrierenden Transportwagen der Junkers EF 127 sehr ähnlich war und es wurde geschätzt, dass er mit vier Startraketen Schmidding, die Julia innerhalb von 380 Metern in die Luft heben würde.

Die Besetzung von Neuhaus auf dem Triesting durch Soviettruppen Anfang April 1945 beendete die Entwicklung der "Julia."

Technische Daten:


Antrieb: Walter Hwk109-509c mit 4 Verstärkern für festen Brennstoff
Höchstgeschwindigkeit:  900 km/h
Startgewicht 3 950 Pfund ohne Verstärker
Spannweite 4,6 Meter
Flugdauer 15 Minuten (Aufstiegsrate 39.400 ft -10 Sekunden nach Start)
Strecke:  29-41 Meilen
Länge:  6,8 Meter
Bewaffnung Zwei-108 - 30 Millimeter-Kanonen (mit 60 Umdrehungen)