Horten IXb (8-229 B-1


Am 1. März 1945 legen die Gebrüder Horten die Baubeschreibung für eine
zweisitzige Ausführung der Horten H IX vor, die u.a. auch als Nachtjäger vorgesehen ist.
Nur wenig später erhält dann das kleine Unternehmen von der Technischen Luftrüstung
Richtlinien für einen "Schlechtwetter- Tag- und Nachtjäger".
 


Die Nachtjägerausführung des zweisitzigen Mehrzweckflugzeuges hat als "Sofortlösung" den ganz entscheidenden Vorteil, daß es - im Unterschied zur Me 262 B-2, Ar 234 P-5 oder der Do 335 B-6 - fast vollständig aus Stahlrohr und Sperrholz gebaut werden kann, und das mit wesentlich geringerem Aufwand. Das ist längst noch nicht alles. 1950 bemerkt Dr. Reimar Horten über seine Konstruktion: "...auf Holzflächen ist die Reflektion der elektrischen Wellen klein, daher sind diese im Radargerät kaum sichtbar. Da ein Jäger das Überraschungsmoment ausnutzen muß und soll, besonders bei Nacht, so muß entsprechend sein Flugzeug aus Holz gebaut sein...". Und in der Baubeschreibung listet Horten noch weitere Vorteile auf, so z.B. die höhere Geschwindigkeit, die geringe Flächenbelastung, die große Steiggeschwindigkeit und nicht zuletzt die wesentlich größere Flugdauer; samt und sonders Eigenschaften die, für einen Nachtjäger entscheidend sind.
 

TECHNISCHE DATEN:


Typ: HORTON HIX Nachtjäger.

Besatzung
Pilot und Funkmeßbeobachter in Schleudersitzen in gepanzerter Druckkabine

Antrieb
2x Junkers Jumo 004 B-2 mit je 910 kp Standschub.
Möglich sind auch
2x BMW 003 A-1 mit je 800 kp Standschub.

zusätzlich als  Rüstsatz 2x1000 kp
Startraketen

Abmessungen
Spannweite: 16760 mm Pfeilung: 28°
Tragflügelfläche: 53,6 m2  Streckung: 5,24
Größte Länge: ca. 8.500 mm
Höhe über alles:   3.050 mm
Gewichte
Rüstgewicht:           5.200 kg
Fluggewicht, normal: 8.650 kg mit 1.850 kg Treibstoff
max. Fluggewicht:  10.500 kg mit 3.500 kg Treibstoff
max. Flächenbelastung: 196 kg/m2

Flugleistungen
(mit normalem Startgewicht und 2x Jumo 004)

Höchstgeschwindigkeit:
ca. 950 km/h in Bodennähe
Anfangssteiggeschwindigkeit: 16,4m/sek
Dienstgipfelhöhe: zwischen 15 km und 16 km,
Reichweite: 2.080 km
                 4.600 km mit max. Treibstoff zuladung

Militärische Ausrüstung
Bewaffnung: 4xMK 108, Kal. 30 mm, starr nach vorne,
                   24-36 R4M ungelenkte Luft/ Luft-Raketen

Funktechnische Ausrüstung
Die Ausrüstung legt das Oberkommando der Luftwaffe fest;
auf jeden Fall soll das FuG 244 "Bremen 0" als Zielsuchgerät Verwendung finden.
Als Einbauort bietet sich der Rumpfbug an.

Taktische Bremse
Sägenbremse unter dem Mittelstück;
Bremsschirm in Heckköcher.