Messerschmitt ME 262 "Schwalbe"


Als erstes im Kampf gegen andere Maschinen eingesetztes Düsenstrahlflugzeug der Welt
war die Me 262 das wohl bekannteste Flugzeug im zweiten Weltkrieg.
 


Mit ihren revolutionär gepfeilten Flügeln war die Me 262 viel schneller als jedes Flugzeug, das die Alliierten entgegenzusetzen hatten. Die Me 262, obwohl nicht manövrierfähig wie Kolbenmotor - Flugzeuge, machte diesen Nachteil mit überlegener Geschwindigkeit wett, sie konnte durch feindliche Formationen schneller als jedes verfolgende Flugzeug fliegen. Diese Geschwindigkeit konnte auch in engen Kurven für längere Zeit gehalten werden, was die Kolbenmotor - Flugzeuge nicht konnten.
 


Als sie 1944 das erste Mal zum Einsatz kam, wurde die Me 262 behindert durch das Fehlen von ausgebildeten Piloten, Treibstoffverknappung, alliierten Angriffen auf Flugplätze und den allgemeinen Verfall des Dritten Reiches. Trotz dieser großen Handicaps dominierte die Me 262 über alle anderen Flugzeuge zu jener Zeit, als alliierte Flugzeuge den Himmel über Deutschland beherrschten, und läutete somit ein neues Zeitalter der Luftfahrt ein. Während bürokratisches Gerangel in den höchsten Kreisen die Me 262 zu einem frühen Zeitpunkt davon abhielt eingesetzt zu werden, so war es auch die übereilte Entwicklung des Triebwerks, an der das Düsenstrahlflugzeug litt. Die Entwicklung der Jumo - Motoren wurden zu Anfang eingefroren, deshalb benötigten sie später konstante Wartungsarbeiten.
 


Der erste Prototyp, mit einem in der Front eingebautem Kolbenmotor, flog bereits sechs Monate, bevor die Jet - Triebwerke fertig waren. Die erste düsenstrahlgetriebene Me 262 macht ihren Jungfernflug am 18. Juli 1942, aber die Produktion wurde verschoben, bis Adolf Galland neun Monate später eine weitere Me 262 flog. Die frühen Prototypen waren mit einem Heck-Spornrad ausgestattet, was bedeutete, dass der Pilot, während er die Startbahn entlang rollte, leicht auf die Bremsen tippen musste, um das Heck hochzubringen, um zu starten. Spätere Prototypen waren mit einem dreibeinigen Fahrgestell ausgestattet.
 


Als Jäger stellte sich die Me 262 als überlegen im Flug dar und brillierte in der Rolle des Abfangjägers. Die Produktion wurde jedoch abermals aufgehalten, als Me 262 Jäger auf Hitlers Verfügung hin in "Sturmvögel" - Bomber umgewandelt wurden. Die Me 262 Jagdeinheit war bis Oktober 1944 nicht einsatzbereit. Aber bis zum Ende des Krieges, sechs Monate später, erwies sich die Me 262 als ausgezeichnet im Kampf, sie war einfach zu schnell für die alliierten Flugzeuge und Bordschützen. Die hohe Geschwindigkeit stellte sich jedoch manchmal als Nachteil für die Piloten heraus, die Schwierigkeiten hatten, bei den hohen Geschwindigkeiten das Ziel zu treffen, so dass die Me 262 manchmal abgeschossen wurde, als sie zum Angriff die Geschwindigkeit verringerte. Meistens fanden die Abschüsse statt, wenn der Pilot zur Landung abbremsen musste.
 


Bericht von USAAF Captain James Finnegan:

"Wir hörten zum ersten Mal im Oktober ´44 von der Me 262. Sie sagten, dass es ein Düsenjäger sei und der schnellste weit und breit. Wir hatten keine Angst davor, zu sterben, wenn wir sie sehen würden. Zu dieser Zeit wussten wir, dass wir den Krieg bereits gewonnen hatten und dass die Piloten, die uns da entgegenkamen, Kinder waren, mit der Ausnahme des Geschwaders, das von Galland geleitet wurde, der alle Fliegerasse an der Westfront hatte. Und als ich dann zum ersten Mal die Me 262 sah, konnte ich es einfach nicht glauben, ich konnte mir nicht vorstellen, was zur Hölle das war! Ich sah die 262er nur als Schemen , bis wir letztendlich nahe an sie herankamen und ich sie als Jet erkannte. Wir hatten nie irgendwelche Anweisungen bekommen, wie wir mit der 262 verfahren sollten, außer "Passt auf diese Dinger auf!" Hätten die Deutschen darauf gehört, was Galland immer wieder gepredigt hatte, nämlich die 262 als Defensivwaffe anstatt als Offensivwaffe einzusetzen, bevor die massiven Bombenangriffe begannen, ihre Anlagen, ihr Öl und ihr Benzin auszuschalten, dann hätten wir zwar immer noch den Krieg gewonnen, aber es wäre eine schlimme Zeit für uns gewesen."
 


Entwickelt 1938 durch die Firma Messerschmitt, war die ME 262 "Schwalbe," das erste funktionsfähige Düseflugzeug der Welt. Zum ersten male als reines Strahlflugzeug, am 18. Juli  1942 geflogen, war sie wesentlich schneller als alle herkömmlichen Flugzeuge. Entwicklungsprobleme, Bombardierungen und die zu vorsichtige Führung der Luftwaffe, trugen zu Verzögerung der Massenproduktion bei. Erst 1943 stimmte Adolf Hitler der Massenproduktion zu, aber beharrte darauf, daß das Flugzeug hauptsächlich als Kampfbomber benutzt werden sollte. An 25. Juli 1944, wurde die ME 262 das erste mal als Strahlflugzeug im Kampf benutzt, als es ein britisches Moskitoaufklärungsflugzeug über München abschoss. Als Kämpfer hatte es das deutsche Strahlflugzeug schwer gegen die verbündeten Bomberanordnungen. Die Bomber zerstörten Hunderte von ME 262s auf dem Boden. Mehr als 1.400 ME 262 wurden produziert, aber im Kampf wurden weniger als 300 eingesetzt. Die meisten warteten auf die Umrüstung zu Bombern, oder waren wegen des Mangels an Kraftstoff, Ersatzteilen oder ausgebildeten Piloten, nicht imstande, zu fliegen.
 


ME 262A-1a - Nr.: 781, des Jagdbomber Geschwaders Lechfeld im Juli 1944.
 

Technische Daten der Me 262A-1a


Typ: einsitziger Abfangjäger

Triebwerke: zwei Strahlturbinen Junkers Jumo 004B-1/-2/-3 je 900 kg Schub

Leistung: Höchstgeschwindigkeit 870 km/h in 6000 m Höhe;
Dienstgipfelhöhe 11.450 m;
Reichweite mit Interntreibstoff 1.050 km
Gewicht: Leermasse 3.800 kg;
max. Startmasse 6.400 kg
Abmessungen:
Spannweite 12,48 m;
Länge 10,60 m;
Höhe 3,84 m;
Tragflügelfläche 21,70 m²
Bewaffnung: vier Maschinenkanonen MK 108 - 30 mm, im Bug
 
Funktechnische Ausrüstung:
Fu G 16 ZY (UKW-Sprechfunk),
Fu G 25a (Boden/Bord Freund/Feind-Kennung).

Versionen: Me 262 V-1 bis V-12 :
Versuchsmaschinen, V-1 und V- 2 mit BMW 003, alle anderen mit Jumo 004B

Me 262A-0 : Vorserie mit Jumo 004B

Me 262A-1a : erste Standardserie

Me 262A-1b : Abfangjäger, mit einer Bewaffnung mit 24 R4M-Bordraketen von DWN.

Me 262A-2 :  wie Me 262A-1a, mit Lastenträgern für bis zu 500 kg Bomben

Me 262A-5a : bewaffneter Aufklärer

Me 262B-1a : doppelsitzige Schulflugzeuge mit Doppelsteuerung;
Me 262B-1a/U1 waren zu Behelfsnachtjägern umgerüstete Me 262B-1

Me 262B-2a : zweisitziger Nachtjäger

Me 262C :  drei Testflugzeuge mit zusätzlichem Raketentriebwerk

Me 262 : in Kleinserie nachgebaute Maschinen mit General-Electric-Triebwerken CJ610;
               geplanter Erstflug April 2002

Tschechoslowakische Versionen :

S-92 : in der Tschechoslowakei nach 1945 produzierte einsitzige Me 262

CS-92 : in der Tschechoslowakei nach 1945 produzierte zweisitzige Me 262
 


Mit diesem Muster und den Entwürfen P1101, P1110, P1111 und P1112 bewegt sich
das süddeutsche Unternehmen Messerschmitt 1945 an der Weltspitze des Flugzeugbaus. Dementsprechend gross ist der Einfluss auf die Entwicklung der Luftfahrttechnik
nach dem Kriege.