Schwere Bombenflugzeuge Handley Page 0/400

Als Antwort auf die Bombardierung Londons durch deutsche Gotha-Bomber flogen Handley Page 0/400 der RAF 1918 mehrere Bombenangriffe gegen die deutsche Industrie.


Die Geburt eines Riesen -

Im Dezember 1914 forderte die britische Admiralität einen zweimotorigen Bomber, um industrielle und strategische Ziele in Deutschland angreifen zu können. Nach einem Jahr, am 7. Dezember 1915, konnte Handley den Prototyp des größten Flugzeugs an den Start rollen lassen, das jemals in Großbritannien gebaut worden war. Ab Oktober 1916 lief dieses Flugzeug den britischen Staffeln zu und wurde im darauffolgenden Frühjahr für nächtliche Bombeneinsätze gegen Depots und Kommunikationszentren an der Westfront eingesetzt.

Ein Bomber für strategische Tagangriffe -

Anfang 1918 wurde die Version 0/400 mit leistungsstärkeren Triebwerken und größeren Kraftstofftanks für Tagangriffe gegen die industriellen Zentren an Saar und Ruhr eingesetzt. Das Flugzeug konnte eine für damalige Verhältnisse riesige Bombe von 748 kg mitführen.

Eine zivile Nachkriegskarriere -

Bei Kriegsende verfügte die RAF über 259 einsatzfähige 0/400, die bis 1920 im Dienst blieben, obwohl inzwischen leistungsfähigere Muster zur Verfügung standen. Vier Exemplare wurden für die Erschließung interkontinentaler Flugstrecken verwendet, die später von Imperial Airways beflogen wurden.

Die wichtigsten Versionen:

0/100 (erste Serienversion),
0/400, 0/700 (in geringen Stückzahlen gebaut und exportiert).

Die wichtigsten Abnehmerländer: Großbritannien, China, Südafrika.
 


TECHNISCHE DATEN:

Typ: 0/400
Art: viersitziger schwerer Bomber
Triebwerk:
zwei flüssigkeitsgekühlte 12-Zylinder-V-Triebwerke Rolls-Royce Eagle mit je 265 kW
Leistungen:
Höchstgeschwindigkeit 155 km/h in Meereshöhe;
Dienstgipfelhöhe 2 950 m;
Flugdauer 8h
Masse:
höchstzulässige Abflugmasse 6 360 kg
Abmessungen:
Flügelspannweite 30,48 m;
Länge 19,16m;
Höhe 6,71 m
Bewaffnung:
vier bis fünf schwenkbar lafettierte 7,7-mm-Maschinengewehre;
907 kg Bomben