Schwere Bombenflugzeuge Dyle et Bacalan AB-20/AB-22

Der fliegende Saurier AB-22 war seinerzeit das größte viermotorige
Flugzeug Frankreichs.


Die Geburt eines Sauriers -

Ende 1929 nahm Dyle et Bacalan die Entwicklung eines dreimotorigen Bombers auf der Basis der DB-70 auf. Die neue Version wurde zunächst DB-90 genannt und dann in AB-15 umgetauft. Als das französische Luftfahrtministerium 1930 die Spezifikationen für einen viermotorigen Nachtbomber (Bombardier de Nuit, 4 moteurs -BN4) veröffentlichte, wurde die AB-15 erneut geändert und erhielt die Bezeichnung AB-20.

Die Gesetze der Aerodynamik...

Das Triebwerk im Bug wurde durch einen Stand für den MG- und Bombenschützen ersetzt, während in jeden Tragflügel ein zusätzliches Triebwerk eingebaut wurde. Die AB-20 war das größte seinerzeit in Frankreich gebaute viermotorige Flugzeug. Ihre Auslegung wurde weitgehend unverändert von der DB-70 übernommen: Hochdecker mit durchgehendem, verstrebtem Tragflügel, doppelte Leitwerksträger und doppeltes Seitenleitwerk. Aufgrund der vom französischen Luftfahrtministerium geforderten Mehrzweckeignung als Bomber, Jäger und Aufklärer erhielt das Flugzeug mehrere MG-Stände. Außerdem wog die AB-20 bei gleicher Größe annähernd eine Tonne mehr als die DB-70. All das trug zu den unzureichenden Flugleistungen bei.

... lassen sich nicht vergewaltigen

Schon beim Erstflug am 15. Januar 1932 zeigte sich die Schwierigkeit, diesen fliegenden Saurier im Flug zu beherrschen. Nach der Flugerprobung im September 1933 in Villacoublay ging die AB-20 im Dezember ins Werk nach Bordeaux zurück und wurde dort als Schlachtflieger mit schwerer Kanonenbewaffnung umgerüstet. Bei der Erprobung des in AB-22 umgetauften Flugzeugs stellte sich heraus, daß dadurch die aerodynamischen Probleme nur noch verschärft worden waren, so daß das Projekt im Oktober 1935 endgültig eingestellt wurde.

Die wichtigsten Versionen:

AB-20 (Bomber),
AB-22 (Schlachtflugzeug).

Die wichtigsten Abnehmerländer: Frankreich.
 


TECHNISCHE DATEN:

Typ: AB-20
Art: schwerer Nachtbomber (Prototyp)
Triebwerk:
vier flüssigkeitsgekühlte Zwölfzylinder-V-Triebwerke Lorraine 12Fb Courlis Junior mit je 441 kW
Leistungen:
Höchstgeschwindigkeit 205 km/h;
Dienstgipfelhöhe 6 000 m;
Reichweite 850 km
Masse: höchstzulässige Abflugmasse 14 300 kg
Abmessungen:
Flügelspannweite 36,95 m;
Länge 21,64 m;
Höhe 7,40 m;
Flügelfläche 206 m2
Bewaffnung:
sechs 7,5-mm-Maschinengewehre in drei MG-Ständen; Kampfmittelzuladung 2 500 kg Bomben
Besatzung: 4-5