Schwere Bombenflugzeuge Tupolew Tu-22 ("Blinder")

Abgesehen von ihrer aerodynamischen Formgebung für den Überschallflug fällt die Tu-22 insbesondere durch die Anordnung ihrer mächtigen Triebwerke am Rumpfheck auf, die mit einem verstellbaren Eintrittsring und einer konvergent-divergenten Schubdüse versehen sind.


Der erste sowjetische Überschallbomber -

Mit der zunehmenden Wirksamkeit der westlichen Luftabwehrsysteme vor allem im Nato-Bereich sah sich die sowjetische Führung gezwungen, ihre kaum schallschnellen strategischen Bomber wie die Tu-16 Badger durch ein Überschallmuster abzulösen, das die gegnerische Verteidigung zu durchdringen vermag. Sie ließ deshalb ab etwa 1955 bei Tupolew die Tu-22 entwickeln, die 1961 erstmals öffentlich vorgeführt wurde.

Weitreichende Fk-Bewaffnung -

Der mit einem stark gepfeilten Tragflügel (45 bis 50 Grad an der Vorderkante) ausgestattete Mitteldecker wird von drei Mann in Tandemsitzen geflogen, von denen sich der Pilot im Notfall nach oben ausschleudern kann, während die beiden anderen Besatzungsmitglieder nach unten aus dem Flugzeug katapultiert werden. Die äußerlich erkennbare Bewaffnung besteht aus nuklearen Luft-Boden-Flugkörpern AS-3 oder AS-4 Kitchen, die eine Reichweite bis zu 750 km haben.

Zweitmission Aufklärung -

Die Tu-22 läßt sich ebensogut für den Angriff von Bodenzielen wie für die Aufklärung verwenden (Blinder-A und -B), wird aber auch als Seeaufklärer (Blinder-C) eingesetzt. Für die Ausbildung hat Tupolew eine Version mit erhöhtem Fluglehrercockpit hinter dem Pilotensitz gebaut (Blinder-D). Die Blinder weist im Bug ein großes Radar und ein Flugbetankungsrohr auf. Bei Aufklärungsflügen werden die Kameras und sonstigen Meßgeräte im Waffenschacht untergebracht. Das größte Handikap der Tu-22 besteht darin, daß ihr Einsatzradius zu klein ist, weshalb schließlich nur 250 Exemplare beschafft wurden.

Die wichtigsten Versionen: Tu-22 (Blinder-A, -B, -C und -D).

Die wichtigsten Abnehmerländer: Sowjetunion. Libyen. Irak.
 


TECHNISCHE DATEN:

Typ: Tu-22
Art: Überschallbomber und -aufklärer
Triebwerk:
zwei Strahltriebwerke Kolesow VD-7 mit je 132 kN Nachbrennerschub Leistungen:
Höchstgeschwindigkeit Mach 1,4;
Dienstgipfelhöhe 18 290 m;
Einsatzradius 3 100 km
Masse:
Leermasse 40 000 kg;
höchstzulässige Abflugmasse 84 900 kg
Abmessungen:
Flügelspannweite 27,70 m;
Länge 40,53m;
Höhe 10,67m
Bewaffnung:
eine 23-mm-Maschinenkanone im Heck plus 10 000 kg Kampfmittelzuladung einschließlich Nuklearflugkörpern AS-3 und AS-4 Kitchen
Besatzung: 3