von Braun Interceptor 1  - 1941

the image below has been taken from Luft `46 and is used by permission of Dan Johnson -
Art by Josha Hildwine

Das Protokoll trägt das Datum 06. Juli, 1939 und die Unterschrift von Wernher von Braun.
Es ist ein vierteljahrhundert alt, aber mit Messwerten, die uns heute noch wie Science Fiktion erscheinen.
Dieses Protokoll das dem Reichluftministerium vorlag war ein "Antrag für ein bemanntes Kampfflugzeug mit Raketen-Antrieb" . Die Erfahrungen, die zu dieser Zeit in der Forschungsstätte 3 bei Kummersdorf und in Peenemünde vorlagen, reichten zur Produktion einer solchen Waffe zur Luftverteidigung völlig aus.

the image below has been taken from Luft `46 and is used by permission of Dan Johnson -
Art by Josha Hildwine


Lassen wir von Braun selbst sprechen:
"Die wichtigsten Probleme, weg von den traditionellen Lösungen, betreffen den Start und den Aufstieg. Die Länge der Rollbahn wird benötigt, nur weil uns gegenwärtig keine Antriebsysteme zur Verfügung stehen die genügend Energie für einen sofortigen vertikalen Start zur Verfügung stellen. Eine Reihe spezieller Designs (Autogyro, Hubschrauber, Fieseler Storch, usw..) zeigen, wieviel Bemühung bereits in diese Richtung gegangen ist. Aber ein vertikaler Start ohne eine Rollbahn, mit lediglich aerodynamischen Systemen, bleibt immer ein sehr schwieriges Problem.
Die Situation ändert sich aber, wenn eine Antriebskraft vorhanden ist, die das Flugzeug sofort in die Luft heben kann. Diese Möglichkeit wird jetzt durch den Raketen-Antrieb angeboten.
Mit der heutiger Technologie (1939) ist es möglich, ohne Schwierigkeit einen sofortigen vertikalen Start mit Raketen-Antrieb zu erzielen, wozu keine Bodeninstallationen nötig sind."
 

the image above has been taken from Germanvtol and is used by permission of Gary Webster -

Von Braun erreichte dieses Ziel zwei Jahre später in Frankreich und einige Jahre später in Amerika- durch die Produktion eines Raketentriebwerkes mit 22.400 Pfund Rückstoss.
Obwohl der vollständige Flieger nur etwas mehr als 11.200 Pfund wog.
Der Start mit 22.400-Pfund-Schub würde daher ohne einen Rollweg, vertikal möglich sein.
Zu diesem Zweck wurde die Maschine aufrecht, auf die Flügelspitzen gestellt und von zwei Unterstützungen in vertikaler Lage gehalten. Das Gestell war 18 Fuss hoch und war an den Lastwagenn angebracht, die gleichzeitig zum Transport benutzt werden konnten.

Dieses war nichts anders als eine bemannte Rakete! In 53 Sekunden konnte das Flugzeug vertikal bis zu seiner funktionsfähigen Höhe von 1000 Meter steigen und danach zum aerodynamischen Horizontalflug übergehen..

Von Braun unterstrich den Vorteil eines schnellen vertikalen Aufstieges und raschen Durchstossen der Wolkendecke und er sagte voraus, dass in den nächsten Jahren, mit der Verbesserung der Radiorichtungsbestimmung und des Radars der Bombenflugzeuge über der Wolkenabdeckung, eine ständig wachsende Gefahr entstehen würde.

Während des Durchbruches durch die Wolkendecke wurde der vollständige Aufstieg des Raketenkämpfers durch ein dreiachsiges, gyroskopisches System geführt, damit der Pilot vollständig entlastet war.

Der Raketenschub wurde zeitweilig gedrosselt, weil die Reaktion der Tragflächen im Überschall- Geschwindigkeits- Bereich noch nicht erforscht war.
Wenn die Operationshöhe erreicht worden war, ging die Maschine, die von Braun einen 'Raketenabfangjäger' nannte, in einen horizontalen Flug mit einer niedrigeren Geschwindigkeit über, entweder automatisch oder unter Handsteuerung des Piloten.
Gleichzeitig wurde die Hauptmaschine abgestellt und die kleinere Rakete wurde gezündet.
Dieses erzeugte einen maximalen Schub von 1700 Pfund und eine Geschwindigkeit von
430 MPH.
Diese Methode lies die Maschine für weitere 15 Minuten mit einer Rate von 4000 Fuß pro Minute steigen.

Die Landung erfolgte auf Kufen und die Tragflächen waren beweglich. Eine scharfsinnige Vorrichtung, die später entwickelt wurde, war ein bewegliches Diagramm im Pilotencockpit, auf dem die Position der Flächen ständig, auch während der Nacht angezeigt wurde, um die Rückkehr zur Basis zu erleichtern.
 

Technische Daten:

Typ:
von Braun Interceptor:
Antrieb:
Stickstoffacid-Visol-Raketenmotor für den Start 22,400 lb, Schub,
im Geradeausflug: 1,700 lb
Höchstgeschwindigkeit  429 MPH in verschiedenen Höhen.
Gewicht  11,200 lb vollbetankt.
Spannweite:  30 ft
Länge: 28 ft
Bewaffnung: 
Vier Maschinengewehre MG 4

the image above has been taken from Germanvtol and is used by permission of Gary Webster -

Es ist hinzuzufügen, dass von Braun, obgleich ein Raketenexperte, kein Anfänger war, was das Fliegen betrifft.

Seit September 1933 (obwohl dieses nicht Allgemein bekannt ist), hatte er die Lizenz A2 eines Piloten, welche die Nr. 663, entsprechend den Archiven in Peenemunde trägt. An 12. Februar 1937, wurde die Lizenz auf B1 verlängert. Bis zum 17. Januar, 1942, hatte er 472 Stunden Flugzeit hinter sich.